Prototypen für BIC

1971 kauft Baron Marcel Bich, Gründer und Vorsitzender der SOCIETE BIC die MINITEK-Anteile von Paul C. Fisher.

Ab jetzt entwickeln Schächter und seine Mitarbeiter für BIC vor allem Produkte und Produktionsmaschinen für

  • Kugelschreiberminen, 
  • Feuerzeugen und
  • Nassrasierern.

Es sind ohne Ausnahme hochspezialisierte Maschinen für die ultrapräzise Massenfertigung von jeweils nur einer einzigen Produktserie. Die Prototypen werden nach Probeläufen in Wien in den Fabriken des Weltkonzerns BIC in Frankreich, Griechenland, in den USA, in Brasilien usw. nachgebaut.

Schächter zu Gutruf:

Form und Funktion eines Produkts beeinflussen Konzeption und Form der Produktionsmaschine – und umgekehrt.

1980 erhält Schächter das Patent für ein BIC-Rasiergerät für Österreich, es folgen Anmeldungen in Spanien, Kanada ua.

In den achtziger Jahren lernt er bei einer Fachtagung für Speicherprogrammierbare Steuerungen für Maschinen und Anlagen Professor Manfred Weck aus Aachen, Technische Hochschule, Institut für Produktionstechnik, kennen. Es folgen zahlreiche Besuche und Gegenbesuche und Einladungen. Die gegenseitige Wertschätzung ist sehr hoch:

Er war ein äußerst bemerkenswerter Autodidakt und von Hause aus – so gestand er mir einmal – eigentlich Künstler, d. h. Graphiker und Maler. Spätestens ab da musste ich an Leonardo da Vinci denken. Herr Schächter hätte gut ein direkter Verwandter von ihm sein können.“ (Manfred Weck, Brief 2014)

Er wird Ehrenmitglied der EUSPEN, der European Society for Precision Engineering and Nano Technology.

Das Patent über die „Einrichtung zur Konstanthaltung der Flammengröße eines mit Flüssiggas betriebenen Kleinbrenners, vorzugsweise eines Feuerzeuges“ wird neben Österreich auch in Deutschland, Japan und den USA angemeldet. Kontinuierlich wird an Optimierungen der BIC-Erzeugnisse gearbeitet, die Produktionsmaschinen werden entsprechend neuer Erkenntnisse adaptiert.

Mit 57 Jahren hat Friedrich Schächter einen 19-Mann-Betrieb in der Draschestraße in Liesing, macht 20 Millionen Schilling Umsatz.

BIC – mit 50% beteiligt – hat etwa 3000 Beschäftigte, macht global 10 Milliarden Schilling Umsatz mit Wegwerfkugelschreibern, Faserschreibern, Feuerzeugen, Rasierapparaten und Strumpfhosen, die in Frankreich, Griechenland, UK, Ungarn, USA und Mexiko produziert werden.

1992 hält Schächter in Graz einen Vortrag über die Richtige Selbsteinschätzung – ein wichtiger Schritt zum Erfolg und erntet mit seinen pointierten Überlegungen große Aufmerksamkeit.

1994 wird ihm das Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich verliehen.

1995 wird Friedrich Schächter Ehrenbürger der Technischen Universität Wien – die Auszeichnung, die ihm als Nicht-Akademiker am meisten bedeutete - und erhält im selben Jahr die Kaplan-Medaille.

1997 wird ihm das Goldene Verdienstzeichen der Stadt Wien verliehen. Seit vielen Jahren wohnt er in einem zum Hotel gehörenden Appartement im linken Seitengebäude des Palais Schwarzenberg. Er mietet zusätzlich den frei gewordenen großen Eckpavillon, der von ihm aufwendig zum Atelier umgebaut wird – er bleibt aber vor allem Abstellraum für seine Gutruf-Sammlung. Schließlich zieht er noch in ein nobles, original barock eingerichtetes Appartement im Schloss selbst ein.

  • 25 Millionen Kugelschreiber werden täglich von BIC produziert, das entspricht 30% aller Kulis weltweit,
  • 6 Millionen BIC-Einweg-Feuerzeuge werden weltweit täglich verkauft, ebenso Tag für Tag
  • 10 Millionen BIC-Rasierer.

Die Produkte und Produktionsmaschinen wurden in der Wiener Firma MINITEK unter der Leitung von Friedrich Schächter entwickelt.

Skulptur von Herbert Hinteregger,
mit tausenden von BIC Kugelschreibern,
Galerie Kargl Wien, 2006
Fotos: © dreierdesign.com

 

 

 

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